Die effektive Fahrtechnik eines Trittrollers mit großen Rädern (auch als Kickbike, Scooter oder Tretroller bezeichnet) basiert auf einer rhythmischen Bewegung des gesamten Körpers. Der Tritt besteht nicht nur aus dem Zurückstoßen des Beins, sondern Beine, Hüfte und Rumpf sind aktiv daran beteiligt. Wenn die richtige Technik gefunden ist, wird das Fahren entspannt, effektiv und kraftsparend.
Das Knie hebt sich vor dem Tritt
Nach dem Tritt wird das Trittbein nach vorne zurückgeführt, indem das Knie deutlich nach oben geschwungen wird. Bei einer effektiven Fahrtechnik kann sich das Knie etwa bis zur halben Oberschenkelhöhe heben. So erhält das Trittbein einen ausreichenden Bewegungsradius und für den nächsten Tritt entsteht eine kraftvolle, pendelartige Bewegung.
Es geht nicht darum, das Knie möglichst hoch zu heben, sondern den natürlichen Bewegungsablauf des Beins effektiv zu nutzen. Das Bein schwingt in einer gleichmäßigen, entspannten Bewegung nach vorne und anschließend wieder nach hinten. Der Tritt wird nach hinten gerichtet, während die Hüfte zur Kraftentwicklung beiträgt.
Das Standbein hebt sich auf den Fußballen
Auch das Bein auf dem Trittbrett arbeitet aktiv mit. Während des Tritts hebt sich die Ferse des Standbeins, und das Gewicht verlagert sich auf den Fußballen. Gleichzeitig beugen sich Knie und Sprunggelenk, sodass sich der gesamte Körper mit dem Tritt nach oben bewegen kann.
Das Standbein ist also kein passives Bein zum Stehen. Seine aktive Beugung hilft, den Bewegungsumfang zu vergrößern und den Tritt mit der Bewegung des gesamten Körpers zu verbinden. Bei einer guten Technik arbeiten Standbein, Hüfte und Trittbein zusammen.
Der Tritt entsteht aus dem gesamten Körper
Ein kraftvoller Tritt ist lang und elastisch, kein kurzer Stoß. Wenn das Trittbein nach hinten schwingt und sich das Standbein auf den Fußballen hebt, beteiligen sich auch Hüfte und Rumpf an der Bewegung.
Der Oberkörper bleibt dabei kontrolliert und entspannt. Die Hände helfen beim Gleichgewicht und Lenken, der Blick bleibt in Fahrtrichtung gerichtet. Unnötige Anspannung sollte vermieden werden – eine effektive Bewegung entsteht durch einen guten Rhythmus und eine gute Technik, nicht allein durch Kraft.
Wechsle regelmäßig das Trittbein
Auf einem Trittroller mit großen Rädern fährt man abwechselnd mit beiden Beinen. Eine gute Faustregel ist, das Bein beispielsweise alle 5–10 Tritte zu wechseln. Der Beinwechsel sollte als Teil des normalen Fahrens eingeübt werden, damit die Belastung gleichmäßiger auf beide Körperseiten verteilt wird.
Anfangs kann sich der Wechsel schwierig anfühlen, aber sobald der richtige Rhythmus gefunden ist, wird er schnell selbstverständlich. Auch die schwächere Seite wird dadurch trainiert, und das Fahren bleibt ausgeglichener.
So wechselst du das Bein auf dem Trittbrett
Der Beinwechsel kann sich anfangs wie der schwierigste Teil des Tretrollerfahrens anfühlen, aber der richtige Rhythmus lässt sich leicht erlernen. Der Wechsel erfolgt, wenn der Trittroller nach dem Tritt rollt und beide Hände sicher am Lenker liegen.
Wenn du beispielsweise mit dem rechten Bein auf dem Trittbrett und dem linken Bein als Trittbein fährst, stellst du das linke Bein nach dem Tritt neben oder vor das rechte Bein auf das Trittbrett. Gleichzeitig verlagerst du dein Gewicht kurz auf beide Beine. Danach nimmt das rechte Bein den Platz des Trittbeins ein, während das linke Bein zum Standbein wird.
Beim Wechsel musst du nicht hochspringen. Es handelt sich eher um eine schnelle und leichte Gewichtsverlagerung, bei der die Beine ihre Aufgaben wechseln. Der Blick bleibt nach vorne gerichtet, der Oberkörper entspannt und die Hände stabil am Lenker.
Anfangs kannst du den Wechsel bei ruhigem Tempo auf ebenem Untergrund üben. Sobald die Bewegung flüssiger wird, kannst du das Bein wechseln, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren, und den Wechsel in dein normales Fahren integrieren. Ziel ist, dass sich der Beinwechsel schließlich genauso natürlich anfühlt wie das Gehen.
Nutze den Rhythmus von Tritt und Rollen
Du musst den Trittroller nicht ständig antreiben. Nach einem kräftigen Tritt solltest du den Trittroller kurz rollen lassen und die entstandene Bewegungsenergie nutzen. Das Rollen macht das Vorankommen kraftsparender und gibt dir gleichzeitig Zeit, den nächsten Tritt vorzubereiten.
Bei einer guten Fahrtechnik bilden Tritt, Rückführung des Beins, Beugung des Standbeins und Rollen einen gleichmäßigen Rhythmus. Ein langer und kontrollierter Tritt ist in der Regel effektiver als viele kleine und hektische Tritte.
Beginne ruhig und verbessere deine Technik
Wenn du gerade erst anfängst, solltest du dich zunächst auf das Gleichgewicht und den Bewegungsrhythmus konzentrieren, bevor du Geschwindigkeit oder Strecke erhöhst. Beim Fahren mit einem Trittroller mit großen Rädern arbeiten die Muskeln anders als beispielsweise beim Radfahren, daher braucht der Körper Zeit, um das neue Bewegungsmuster zu erlernen.
Wenn sich die Technik zunehmend natürlich anfühlt, kannst du Strecke, Geschwindigkeit und Bergabschnitte allmählich steigern. Ein Trittroller eignet sich auch gut für ein dynamischeres Intervalltraining.
Zusammengefasst
Bei einer effektiven Fahrtechnik mit einem Trittroller mit großen Rädern hebt sich das Trittbein deutlich nach vorne, das Standbein hebt sich auf den Fußballen und der gesamte Körper beteiligt sich an einer kraftvollen, nach hinten gerichteten Pendelbewegung. Wenn Tritt, Beugung des Standbeins, Beinwechsel und Rollen einen natürlichen Rhythmus bilden, fährt der Trittroller schnell und kraftsparend – und gleichzeitig erhält der gesamte Körper ein vielseitiges Training.